Schonend und sparsam zum Leckerbissen
Eima – Das Edewechter Maschinenbau-Unternehmen stellt Anlagen für die Lebensmittelindustrie her

Rolf Eiting vor der neuesten Entwicklung – dem Dampfschäler
Begonnen hat die Firma mit der Herstellung von Schüttgut-Fördertechnik. Der Dampfschäler gehört zu den neuen Entwicklungen.
Edewecht – Pommes frites, Chips oder Kartoffelflocken – Leckereien, die kaum jemand missen möchte. Für die Produktionsvoraussetzungen der schmackhaften Snacks sorgt seit Jahren das Unternehmen EIMA Maschinen- und Förderanlagen GmbH. Denn das Edewechter Unternehmen hat sich auf die Planung und Herstellung von Maschinen für die Nahrungsmittelindustrie – hauptsächlich die Kartoffelverarbeitung – spezialisiert.
Sogenannte komplette Linien sind heute keine Seltenheit – bei der Pommes frites- Herstellung besteht diese Reihung aus rund 80 Einzelmaschinen. „Die optimale Reihung wird hier geplant“, erklärt Geschäftsführer Rolf Eiting, während er durch die Büros der Ingenieure geht. Räumlichkeiten, Wünsche der Kunden und der Produktionsablauf gehen in die Planung ein. „Beide Seiten haben meist Ideen, die wir dann zusammenbringen“, so Eiting, der in der 30-jährigen Unternehmensgeschichte noch nie die gleiche Linie verkauft hat.
Klarer Trend: „Der Verbraucher in Deutschland kauft sparsam ein. Günstige Lebensmittel in guter Qualität sind beliebt“, weiß der Inhaber, der das Familienunternehmen auch gern als „Ideenschmiede“ bezeichnet. „An dieses Kaufverhalten sind die Lebensmittelhersteller und damit auch wir gebunden.“
Die ausschließlich eigenen Entwicklungen werden daher immer wieder optimiert. So auch der neueste Dampfschäler: Hier kondensieren kleine Wassertröpfchen unter der Schale der Kartoffel. „Die Schale wird abgesprengt“, erläutert Rolf Eiting die Anlage, die mit diesem Prinzip rund 350 Kilogramm Kartoffeln in 60 Sekunden schälen kann. „Da kann keine Hausfrau mithalten“, schmunzelt der Unternehmer. Zweiter Vorteil der Maschine ist der geringe Schälverlust – drei Prozent weniger als beim Vorgängermodell. „Nimmt man an, 144 Tonnen Kartoffeln mit einem Rohwareneinsatz von 14,4 Millionen Euro werden pro Jahr verarbeitet, spart der Hersteller 432 000 Euro pro Jahr“, rechnet der Unternehmer vor. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden ergeben sich meist immer neue Ideen. „Denn wir verkaufen Prozesse, keine Maschinen“, formuliert Eiting.
Drei bis fünf Monate dauert es bis zum Prototypen. „Oft wird dieser dann für eine gewisse Zeit beim Kunden installiert. In der Testphase werden Erfahrungen gesammelt und Verbesserungen vorgenommen.
Gerade diese Beratung und Genauigkeit wissen auch Lebensmittelhersteller im Ausland zu schätzen. Das Unternehmen mit 45 Mitarbeitern exportiert seit Jahren weltweit in 25 Länder „mit eigenen Handelsvertretern vor Ort“, so Eiting. Ob Polen, Indien, China, Niederlande oder Russland – deutsche Qualität ist gefragt. „Türkei ist der nächste Markt, für den wir uns interessieren“, verrät Eiting. Selbst bei der Auswahl der Auszubildenden macht sich der steigende Export bemerkbar. „Die neue Auszubildende hat türkischstämmige Wurzeln, zwei weitere sprechen Russisch“, so Eiting.
Der Kontakt zu verschiedenen Kulturen war es schon immer, der Rolf Eiting an seiner Arbeit fasziniert hat: „Und durch neue Technologien ist man immer wieder gefordert.“ Los ging es vor 30 Jahren mit der Schüttgut-Fördertechnik. Der Inhaber erinnert sich: „Als wir 2002 von Ekern nach Edewecht gezogen sind, waren die Hallen hier viel zu groß für uns, heute sind sie zu eng.“ Besonders stolz ist Eiting auch auf den Bereich Schneckenflügel, in dem ¬EIMA durch die frühzeitige Spezialisierung führend im Nordwesten ist. Nicht ohne Grund ist die Herstellung geheim. Bereits in den Anfangsjahren erfolgte der Einstieg in den Anlagenbau für die Lebensmittelherstellung.
Quelle: NWZ 16.05.2011, Link
Artikel und Bild: Stephanie Bremer
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