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Ein Berufsleben zwischen 2 Welten

„Ein Berufsleben zwischen zwei Welten"
Wirtschaft Deutsch-Russe Michael Kaplenko absolviert in Edewecht eine Ausbildung besonderer Art.
Auf vielfältige Weise werde ihm bei Eima Verantwortung übertragen, so der 21-Jährige. Er fertigt u.a. Übersetzungen ins Russische und fährt mit bei Reisen nach Osteuropa.
VON DORIS GROVE-MITTWEDE
EDEWECHT - „Etwas Besseres als eine Ausbildungsstelle bei Eima hätte mir nicht passieren können", sagt Michael Kaplenko und strahlt. „Ich bin der erste, den unsere Firma im Bereich Groß- und Außenhandelskaufmann ausbildet, man traut mir sehr viel zu und überträgt mir auf vielfältige Weise Verantwortung. Mir macht dieser Beruf, das Zusammenarbeiten mit Menschen und das Verkaufen von Produkten, sehr viel Spaß." Michael Kaplenko ist Deutsch-Russe und gerade die Tatsache, dass der 21-jährige Vareler in zwei Kulturen aufgewachsen ist, ist für ihn beruflich von großem Vorteil.
„Unsere Firma ist seit drei Jahren in Osteuropa tätig", sagt Rolf Eiting, Geschäftsführer des Edewechter Unternehmens „Eima Maschinenbau-und Förderanlagen". Zunächst habe er sehr zögerlich auf den Vorschlag eines ehemaligen Mitarbeiters - eines Deutschrussen - reagiert, der vorgeschlagen hatte, wirtschaftliche Beziehungen zu Firmen und Organisationen in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion aufzubauen. Doch dann hat man den „Sprung ins kalte Wasser" gewagt und nicht bereut.
„Die GUS-Staaten sind für uns ein großer Markt, weil es dort überhaupt gar keine industrielle Lebensmitteltechnik gibt." Maschinen und Förderschnecken für die Nahrungsmittelverarbeitung, wie beispielsweise solche für die Kartoffelverarbeitung, werden bei Eima geplant, entwickelt und gebaut. Außerdem werden Schneckenflügel produziert und auch ein Laserschneidzentrum gehört zum Unternehmen.
34 Mitarbeiter sind derzeit bei Eima beschäftigt, einer davon ist Michael Kaplenko. „Meine Familie ist 1997 nach Deutschland gekommen", sagt der junge Friesländer, der im sibirischen Barnaul, 180 Kilometer von Nowosibirsk, geboren wurde. Obwohl sein Vater Deutscher sei, habe Michael als Kind kaum Deutsch gesprochen.
Die Sprache habe er jedoch schnell gelernt, als die Familie zunächst nach Zetel und dann nach Varel gezogen sei. Michael absolvierte die Realschule, besuchte die Höhere Handelsschule in Varel und absolvierte eine Ausbildung zum kaufmännischen Wirtschaftsassistenten für Informatik. „Doch nach einem Jahr habe ich festgestellt, dass diese Ausbildung nicht das Richtige für mich ist", schildert der junge Mann, der in seiner Freizeit als Rugby-Spieler für den Sportclub Varel aktiv ist.
„Michaels Vater, der bei uns als Vorarbeiter im gewerblichen Bereich beschäftigt ist, erzählte mir, dass Michael kein Interesse mehr an der Ausbildung zum Wirtschaftsassistenten für Informatik hatte, aber eine Ausbildungsstelle im kaufmännischen Bereich suchte. Er lieferte seine Bewerbungsunterlagen ab, stellte sich vor und begann dann bei uns seine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann", so Chef Rolf Eiting.
„Mir wurde von Anfang an gleich viel Verantwortung übertragen und dann ist man natürlich gleich doppelt motiviert, wenn einem viel zugetraut wird", berichtet Michael Kaplenko. So habe er sich unter anderem mit Technischem Russisch beschäftigt und Angebote für Firmen in Russland oder der Ukraine ins Russische übersetzen dürfen. Außerdem durfte er schon mehrfach seinen Chef und auch Fjodor Franz, der bei Eima als Vertriebsmitarbeiter für die GUS-Staaten zuständig ist, zu Messen oder Kunden in Osteuropa begleiten. „Geschäftsverbindungen zu Unternehmern in den GUS-Staaten sind ganz anderer Art als die zu Deutschen", sagt Michael Kaplenko. „In Deutschland geht man sehr förmlich miteinander um, in Russland sind Geschäftsverbindungen mit Familienanschluss selbstverständlich."










