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Kartoffelschäler für Profis

Kartoffelschäler für Profis
eima Maschinenbau Edewechter beliefern Nahrungsmittelindustrie
Die Maschinen werden am Computer konstruiert. Zusammengebaut werden sie per Hand.
EDEWECHT - Am Anfang waren die Kartoffeln, am Ende die gewürzten Kartoffelchips. Für das Dazwischen sorgt die Firma Eima Maschinenbau aus Edewecht (Ammerland): Seit über 25 Jahren konstruiert und baut das mittelständische Unternehmen große Edelstahl-Maschinen, die Kartoffeln, Rüben oder ähnliche Produkte verarbeiten. „Wir können komplette Linien anbieten für unterschiedliche Produkte - für Chips, Pommes Frites, geschälte Kartoffeln oder Kartoffelflocken", erklärt Geschäftsführer Rolf Eiting. Oft gibt der Kunde nur das gewünschte Endprodukt und die Hallengröße vor, Eima macht den Rest.
Etwa 30 Mitarbeiter sind bei der Firma angestellt, ein Drittel machen Ingenieure aus. Einer von ihnen ist Hans-Hermann Kruse. Im Büro des Konstrukteurs steht zwar noch ein Reißbrett, an dem vor 25 Jahren Maschinen per Hand entworfen wurden. Es ist aber nicht mehr als ein Erinnerungsstück aus alten Zeiten. Denn inzwischen konstruieren Kruse und seine Kollegen die etwa 90 Meter langen Produktionslinien am Computer - und das dreidimensional. Kruses Rechner wandelt das bunte Volumen-modell auf dem Bildschirm -Wasch-, Schäl-, Sortier- und Fördermaschinen - um in zweidimensionale Zeichnungen. Damit wird die Laserschneidmaschine gefüttert, die Edelstahlbleche zuschneidet. Aus diesen Einzelteilen fertigen die Maschinenbauer in der Werkshalle dann metergroße Maschinen. Eine komplette Produktionslinie ist in gut acht Monaten gebaut und kostet etwa fünf Millionen Euro, so Eiting.
Eima ist auch auf Fördertechnik spezialisiert. Manuell werden hier sogenannte Schneckenflügel hergestellt. Das gebogene Spezial-produkt brauchen Unternehmen für Maschinen, mit denen sie Schüttgüter fördern -Karotten, Sand oder Getreide. Auch bei den eigenen Eima-Maschinen kommen die Schneckenflügel zum Einsatz.
Gegründet wurde Eima 1981 von den Familien Eiting und Marken. 2002 zog das Unternehmen in das neu erschlossene Industriegebiet um. An diesem Standort will auch der Geschäftsführer in zweiter Generation, Rolf Eiting, festhalten. „Hier ist unser Know-How, hier sind wir am besten aufgehoben."
Eiting, gelernter Schlosser, Diplom-Ingenieur, Betriebswirt und Vertriebsingenieur, betreut von Edewecht aus inzwischen Kunden weltweit: Neben den großen deutschen Lebensmittelkonzernen beliefert Eima Unternehmen in Russland, Indien, China und Iran. Produziert wird aber ausschließlich im Ammerland. Den Kontakt knüpfen Handelsvertreter in den jeweiligen Ländern, in Moskau unterhält Eima ein nes Büro. Mehrere Monate verbringt Eiting auf Reisen. Bei diesen Kundenbesuchen spiele auch das Essen eine wichtige Rolle - ein Land erfahre man schließlich auch über den Geschmackssinn. Überhaupt, „man muss gerne essen, wenn man für die Lebensmittelindustrie produziert." Sonst fehle das Verständnis dafür, was die Kunden von einer Produktions-straße erwarteten, sagt Eiting lächelnd. „Man muss im Grunde wissen, wie sich das Produkt in der Maschine anfühlt."
VON ANNIKA VOßEN










